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Was in der ersten Sitzung passieren sollte

Ihre Ziele für die erste Sitzung jeder Lehrveranstaltung sollten sein:

  • Die Studierenden haben eine Vorstellung von den Inhalten und dem Ablauf der Lehrveranstaltung, der rote Faden ist nachvollziehbar. Hier ist es wichtig, die Studierenden neugierig auf das Thema zu machen und sie für die Lehrveranstaltung zu motivieren. Versuchen Sie zu vermitteln, warum Sie selbst das Thema so spannend finden oder erzählen Sie von Ihrem eigenen Forschungs- und Lernprozess. Auch einige der Vorschläge zur Aktivierung von Studierenden eignen sich für die erste Sitzung.

  • Sie selbst haben einen Überblick über die Interessen, Bedürfnisse und Kenntnisstände der Studierenden gewonnen, und können diese in Ihre weitere Planung mit einbeziehen.

  • Die Leistungsanforderungen sowie formale Teilnahmebedingungen wie Fristen etc. sind bekannt und transparent. Es empfiehlt sich, solche Unterlagen schriftlich zur Verfügung zu stellen.

  • Die Studierenden wissen, welche Materialien sie brauchen und wie sie sie bekommen.

  • Die Studierenden wissen, wie Sie als Dozent*in bei Fragen oder Problemen zu erreichen sind. Signalisieren Sie, dass sich Studierende an Sie wenden sollen, wenn Sie Probleme oder spezifische Bedürfnisse haben, die Sie als Lehrende*r berücksichtigen sollten, seien es Ersatzleistungen bei unvermeidbarer Abwesenheit, Bedarfe zur Barrierefreiheit, der Wunsch auf eine bestimmte Weise adressiert zu werden, etc.

  • Nutzen Sie die erste Sitzung auch, um auf Beratungsstellen an der Freien Universität zu verweisen, an die sich die Studierenden z.B. zu Themen wie Vereinbarkeit, Nachteilsausgleich, Finanzierung des Studiums oder Diskriminierungserfahrungen wenden können. Damit machen Sie nicht nur die verschiedenen Einrichtungen und Stellen bekannter, Sie signalisieren auch, dass Ihnen verschiedene Lebenssituationen und Bedarfslagen bewusst sind. Viele Studierende nehmen Beratung nicht oder sehr spät in Anspruch, weil sie Angst vor Stigmatisierung haben. Wenn Sie die Einrichtungen an Ihrer Universität kennen und regelmäßig darauf verweisen, können Sie zur Enttabuisierung beitragen.

Verwenden Sie zur Erstellung der Teilnehmendenliste besser nicht die Namensliste aus dem Campusmanagement, sondern eine Blanko-Liste oder -Tabelle, die Sie herumgeben. Nicht alle Studierenden wollen mit dem Namen adressiert werden, mit dem sie offiziell eingeschrieben sind, z.B. wenn sie Trans sind.  Wenn Sie den „alten“ Namen durch Herumgeben einer Liste oder durch das Aufrufen auf Grundlage der Liste verwenden, „outen“ Sie diese Studierenden unter Umständen, was zu Diskriminierungen und hohen Belastungen führen kann, die leicht vermieden werden können.